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Workshop 'In/Stabilitäten - Prozessualität in den Science and Technology Studies'
02-03.12.2011, TU Darmstadt
Die Arbeiten, die in den letzten gut 30 Jahren im Bereich der Science and Technology Studies entstanden sind, haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das Verständnis von Stabilität und Instabilität in Bezug auf Objekte und Subjekte einer kritischen Revision zu unterziehen. In bewusster Abwendung von sozialkonstruktivistischen Ansätzen der Wissenschaftsforschung wurde versucht, den jeweiligen Untersuchungsgegenstand nicht in einen stabilen sozialen Kontext einzustellen, um von dort aus Erklärungen für das Handeln der Akteure abzuleiten, sondern gerade die Koproduktion von content und context zu betonen. Damit verschob sich nicht nur die Perspektive weg von unilinearen und großangelegten Kausalzusammenhängen (der soziale Kontext, das Subjekt) hin zu immer kleinteiligeren Settings, in denen sich alle Positionen – Aussagen, Konzepte, Objekte, Subjekte – relational und epistemologisch symmetrisch zueinander ausbilden; zudem wurde auch die Gültigkeitsdauer dieser neuen ‚unreinen‘ Verbindungen radikal herabgestuft. Die Aufmerksamkeit richtete sich auf örtlich sowie zeitlich höchst ‚punktualisierte‘ Anordnungen. Dauer, Stabilität und Geschlossenheit von technowissenschaftlichen Objekten wurden nicht mehr als eine unhintergehbare Voraussetzung betrachtet, sondern als Effekt der Ausbildung heterogener Netzwerkstrukturen. Solche Effekte und Resultate, so die empirisch geleitete Annahme, bedürfen gleichwohl einer machtvollen Durchsetzung und andauernder Aufrechterhaltung – es gilt daher, diese Vorgänge des Werdens und Stabilisierens als Prozesse genauer in den Blick zu nehmen, mithin Prozessualität analytisch ernst zu nehmen.
