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Archiv - Forschungsprojekte

Beobachtung visueller Kultur

LorenzVisuelle Kulturen entstehen aus dem komplexen Zusammenspiel von visueller Wahrnehmung (vision), Bildern (pictoriality) und der Produktion von Sichtbarkeit (visibility) mit visualitätsbezogenen (sprachlichen) Texten. Beobachtung visueller Kultur meint die Explikation der Übersetzungsverhältnisse zwischen den so markierten Aspekten von Visualität. Es geht also um die Kulturalität des Sehens, die historischen Veränderungen des Feldes des Sichtbaren und deren Interaktionen mit bildlichen und textuellen Darstellungen.

Dabei sucht das Projekt nach Alternativen zur üblichen Gegenüberstellung von Textualität und Visualität, wie sie von textualistischen Zugängen, die Sprache zum Modell jeglichen Zeichenhandelns erklären (und so die ‚Grammatik des Films‘ oder ‚Kultur als Text‘ untersuchen), ebenso wie von visualistischen Zugriffsweisen befördert wird, die das Visuelle zum Anderen der Sprache verklären (und so ein ‚Privileg des Auges‘ oder eine ‚Eigenlogik der Bilder‘ behaupten). An die Stelle dieser sich weitgehend unversöhnlich gegenüberstehenden Betrachtungsweisen tritt damit ein Interesse an den unterschiedlichen Relationen von Textualität und Visualität, an intermedialen Übergängen und wechselseitigen Kontaminationen.

Ausführliche Projektbeschreibung

 

Reflexive Praktiken – Was ist das Potential der „Science and Technology Studies“?

FotoBei aller Aufmerksamkeit, welche die mit „STS“ abgekürzte und im Sinne eines Eigennamens verwendete anglophone Wissenschafts- und Technikforschung gerade im deutschsprachigen Raum erfährt, ist keineswegs klar, was der Ausdruck Science and Technology Studies denn nun eigentlich bezeichnet: Ein Forschungsfeld? Eine Herangehensweise oder Methode? Ein Theorie-Programm? Gar eine Disziplin? Der kleinste Nenner, auf den sich die Abbrevation „STS“ derzeit wohl bringen lässt, ist zunächst in einer Grundeinstellung zu finden, die möglicherweise als epistemische Tugend bezeichnet werden kann: Weder wird die kontextenthobene Geltung von wissenschaftlichem Wissen und technischen Logiken, noch werden die sozialen Strukturen schlicht vorausgesetzt, welche dieses Wissen und diese Logiken durchsetzen und verbreiten. Stattdessen werden die lokalen Prozesse und Praktiken der Produktion und Reichweiten-Erhöhung des Wissens und der Technologie (bis hin zu dessen „universaler Gültigkeit“ bzw. deren „ubiquitärer Durchsetzung“) in detaillierten empirischen (ethnographischen und historischen) Fallstudien beschrieben und analysiert.

Im Rahmen des Projektes „Reflexive Praktiken“ stellen die teilnehmenden WissenschaftlerInnen die reflexive Tradition der STS ins Zentrum theoretischer Beschäftigung, um die Frage nach dem Potential der Science and Technology Studies auf die Tagesordnung zu setzen. Es geht uns um eine Beschäftigung mit der eigenen Forschungspraxis und mit deren politischen Implikationen: Was heißt es, „STS-Forschung“ zu betreiben, welche Bedeutung hat das Kürzel „STS“ für ForscherInnen, die ihre Arbeit im Forschungsfeld der STS verorten und dieses Feld gleichzeitig permanent mitprägen?

Ausführliche Projektbeschreibung

 

Übersetzungen - Risse der Verständigung

Translation„Der Übersetzungsbegriff ist zu einer zentralen Kategorie der Kulturtheorie, der Sprach- und Sozialphilosophie, der Kommunikationswissenschaften sowie der Linguistik und der Ethnologie avanciert. Insbesondere auch durch die differenzlogisch inspirierten Cultural und Subalternity Studies, der Komparatistik und Studien zur (Post-)Kolonialität ist der Begriff der „Übersetzung“ in den Rang eines Schlüsselbegriffs erhoben worden. In der Kulturforschung wird daher schon seit einigen Jahren von einem „translational turn“ gesprochen.

Das Projekt „Übersetzungen – Risse der Verständigung“ macht diesen prominenten Konzeptbegriff zum Gegenstand kulturtheoretischer und kulturwissenschaftlicher Analyse und versucht zu verstehen, warum dieser Begriff trotz der manifesten Schwierigkeiten, ihn präzise zu fassen und ihm normative Funktionen zuzusprechen, mittlerweile fast zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Ausgangspunkt des Projekts ist die Fragwürdigkeit des Übersetzungskonzepts in den gegenwärtigen kulturtheoretischen Diskussionen angesichts dieser Tendenz, den Übersetzungsbegriff auf kulturelle Vermittlungs- und Übertragungsprozesse allgemein zu erweitern.“

Ausführliche Projektbeschreibung

 

Radikale Demokratietheorie

Breckmann et. al.„In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Diskurs der radikalen Demokratie als eine elaborierte linke Theorieströmung etabliert und ist mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum rezipiert worden. In verschiedener Weise wurde versucht, dieses Denken als poststrukturalistisch, post-marxistisch, dekonstruktivistisch oder anti-essentialistisch zu charakterisieren. Die Schriften von AutorInnen wie Claude Lefort, Ernesto Laclau, Chantal Mouffe, Étienne Balibar, Jacques Rancière, Jacques Derrida, Judith Butler, Giorgio Agamben, Antonio Negri, Pierre Rosanvallon und Jean-Luc Nancy können ihm zugerechnet werden. Aber auch demokratiekritische Positionen wie die von John Holloway, Alain Badiou und Slavoj Žižek berühren sich mit dem radikaldemokratischen Denken im engeren Sinne.

Das Forschungsprojekt versteht sich als streitbarer Beitrag zur Kontroverse sowohl um die historischen und konzeptuellen ‚Familienähnlichkeiten’ radikaler Demokratietheorien als auch um deren post-marxistischen und praxisphilosophischen Ambitionen. Indem es die Debatte um die Aufgabe(n) radikal demokratischen Denkens in der politischen Theoriebildung, im Feld intellektueller Verantwortung und in der sozialen Praxis aufgreift, zielt das Projekt mit den in ihm formulierten Fragen philosophisch auf das Prokrustesbett transzendentaler Unternehmungen in Geschichte und Gegenwart.“

Ausführliche Projektbeschreibung

   
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