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Wie viele Kühe gibt es in Texas?

Prof. Andreas Reuter vom EML über Risiken und Chancen der Informationsflut

Wer schon einmal in eine Suchmaschine Fragen vom Typ „Wie groß ist das Internet?“ oder „Wie viele Kühe gibt es in Texas?“ eingegeben hat, weiß, mit was für einer Datenmenge man im Internet konfrontiert wird und vor allem mit welchen Schwierigkeiten, wenn man die tatsächlich gesuchten Informationen finden will. Die Klage über Informationsüberflutung ist so alt wie die Entstehung der neuen Medien. Dass diese Klage nicht unberechtigt ist, belegte Professor Andreas Reuter, Wissenschaftlicher Direktor des Heidelberger European Media Laboratory (EML), in seinem Vortrag im DAI, der vom European Institute for International Affairs zum Thema „Wie viel Information (v)erträgt der Mensch?“ veranstaltet wurde.

Allein die täglich wachsende Zahl an neuen Websites, die Archivierung von immer mehr Informationen in immer größeren Datenbanken, die jährlichen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt – bei der letzten Buchmesse waren es 180 000 neue Titel- übersteigen die Aufnahmekapazitäten eines Menschen bei weitem. Reuter belegte dies in seinem Vortrag mit eindrucksvollen Zahlen. So würde beispielsweise die Lebenszeit eines einzelnen Wissenschaftlers auf dem Gebiet der Life Sciences nicht ausreichen, um die Gesamtheit der in einem Jahr neuerschienenen Artikel zu lesen.

Ein einzelner Mensch kann, so Reuter, in seinem Leben eine Datenmenge aufnehmen, die etwa 500 Romanen von zirka 500 Seiten entspricht. Das Problem, das sich aus dieser Diskrepanz zwischen verfügbarer Datenmenge und Aufnahmefähigkeit ergibt, ist offensichtlich: Wenn man davon ausgeht, dass das quantitative Wachstum an Information mit der Qualität nicht zwangsläufig einhergeht, wie soll der ebenso geplagte wie hilflose Konsument die für ihn relevanten Informationen aus dieser unüberschaubaren Menge an Daten herausfiltrieren?

Reuter wollte es bei der Bestandsaufnahme, dass der Mensch bei weitem weniger Information verträgt als verfügbar, nicht belassen, sondern präsentierte einige der gegenwärtig verbreitetesten Methoden zur Datenfiltrierung und gab dabei einen faszinierenden Einblick in die gegenwärtige Forschungsarbeit des EML. Neben bekannten Methoden wie Datenfiltrierung, Suchmaschinen, Portale oder die Simulation bedeutungstragender Informationseinheiten (so genannter Tokens) stellte Reuter auch neu entwickelte Datenbanken zur Integration biochemischer Daten sowie IT-Geräte vor, die alles aufzeichnen können, was ein Mensch erlebt, das so genannte „Deep Map“.

Anders als im Falle der herkömmlichen Medien, also Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, besitzen die neuen elektronischen Medien, so Reuter am Ende seines faszinierenden und ebenso unterhaltsam präsentierten Vortrags, das Potenzial, durch intelligente Verarbeitungsmethoden die Datenmenge zu reduzieren und qualitativ aufzuarbeiten. Darin besteht zugleich die große Chance, vorhandene Informationen effizient und zielgerichtet einzusetzen.

Alexander Gmitrovic, Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg

Vortrag: Wieviel Information (v)erträgt der Mensch?

Die Einladung als PDF

   
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