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Vom Frieden.
Die Aufgaben Deutschlands in Europa und in der Welt von morgen

Vortragsreihe der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem European Institute for International Affairs und dem Deutsch-Amerikanischen Institut Heidelberg.

Die Frage, was Europa ist, und wie handlungsfähig dieses Europa ist, beschäftigt die politische und intellektuelle Welt wieder intensiver. Die alten Verteidigungsstrategien des Kalten Krieges sind obsolet. Humanitäre Interventionen und Menschenrechtsverletzungen stellen neue Herausforderungen an die Sicherheitslage Deutschlands, Europas und der Transatlantischen Gemeinschaft.

Die Forderung nach einer Freiheitsordnung für Europa, welche die Durchsetzung der Menschenrechte und die Auseinandersetzung mit diktatorischen Regimen welcher Prägung auch immer über die Rivalitäten und Borniertheiten vergangener Zeiten stellt, einer liberalen Ordnung, welche das demokratische Europa gemeinsam handeln läßt, stößt auf breite Zustimmung. Wie aber kann dies erreicht werden? Die Erweiterung der Europäischen Union nach Osten sei nur zu bewerkstelligen, heißt es, wenn sich zuvor die westeuropäische Integrationsgemeinschaft neu adjustiert. Denn ein Europa der 27, gar 28 Staaten wäre sonst eine waghalsige Operation. Aber zugleich beschleunigt sich der westeuropäische Integrationsprozess bedingt durch Wirtschafts- und Währungsunion sowie anderer erzielter Vertiefungsverträge. Wie aber wirkt sich dies auf die politische Landkarte des alten Kontinents aus? Und wenn es zur Osterweiterung der Europäischen Union kommt, inwieweit wirkt sich dies auf das kulturelle und politische Koordinatenkreuz Europas aus? Wird dies die Kohäsion der Union stärken oder schwächen?

Aber auch außerhalb der magnetisch angezogenen, beitrittssuchenden Länder Osteuropas stellen sich neue Herausforderungen für die Außenpolitik: Osttimor, Ruanda, Somalia oder Tschetschenien. Die Liste der Konfliktherde der 90er Jahre ist lang. Der europäische Hort der Zivilisation und des Wohlstands hat dies alles nicht verhindern können, ja lange einfach tatenlos zugesehen. Die Europäer hatten meistens nur papierenen Protest zu bieten. Vor diesem Hintergrund blicken viele mit Unverständnis auf die diffuse Vorstellung des geeinten Europas. Die Forderung nach mehr europäischer Handlungsfähigkeit bekommt somit ein starkes Gewicht.

Die deutsche Außenpolitik mußte sich aber auch in der letzten Dekade verstärkt dem Phänomen der Globalisierung stellen, also der Auswirkung eines entfesselten, von nationalen Grenzen befreiten Kapitalismus, der die Welt zum „24-Stunden-Dorf“ des globalen Handels macht. Viele politische Besitzstände, nationale Regelungen sowie kulturelle Eigenheiten sind dem zum Opfer gefallen. Neben den Vorteilen der Globalisierung gibt es auch erhebliche Nachteile. Viele Bürger beklagen vor allem diese schmerzlichen Defizite. Die Außenpolitik hat dem Rechnung zu tragen. Wirtschafts- und Kulturpolitik erhalten somit eine zunehmend neue Bedeutung in der Außenpolitik.

Es ist heutzutage geradezu undenkbar, weiterhin über Außenpolitik im Stil routinemäßiger Rhetorik wie noch vor zehn, zwanzig Jahren zu sprechen. Vage, unbestimmt ist die Außenpolitik vielen Bürgern unheimlich geworden. Dies ist vielmehr auch die Konsequenz jahrelang nicht-geführter Orientierungsdebatten. 50 Jahre nach der Republikgründung ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme: „Neue Traditionen“ – was bleibt Grundlage deutscher Außenpolitik, was kommt?

23. Oktober 2000
Zur Rolle Deutschlands in Europa und Europas in der Welt
Helmut Schmidt, Bundeskanzler a.D.

30. Oktober 2000
Entwicklungszusammenarbeit - Was muss sich ändern?
Heide Wieczorek-Zeul, MdB, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

6. November 2000
Subsidiarität und Föderalismus als Elemente der europäischen Integration
Reinhold Bocklet, MdL, Bayerischer Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten

13. November 2000
Die Europäisierung Europas - Ein Gegengewicht zum Transatlantischen Bündnis?
Dr. Friedbert Pflüger, MdB

20. November 2000
Menschenrechte, Ökonomie, Demokratie - Neue Traditionen, alte Interessen?
Prof. Gert Weisskirchen, MdB

27. November 2000
Gemeinsame Sicherheit in Europa - Was bedeutet das?
Rudolf Scharping, MdB, Bundesminister der Verteidigung

4. Dezember 2000
Wandlungsprozesse im östlichen Mitteleuropa
Dr. Dietmar Bartsch, MdB

11. Dezember 2000
Verfassung und Verfasstheit Europas
Karl Lamers, MdB

18. Dezember 2000
Friedensstrategien - Möglichkeiten und Risiken
Angelika Beer, MdB

22. Januar 2001
Wo soll die Europäische Union enden?
Dr. Klaus Kinkel, MdB, Bundesaußenminister a.D.

29. Januar 2001
Europa in der Welt von morgen
Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D.


Ort: Aula der Neuen Universität, Am Universitätsplatz,
69117 Heidelberg

Zeit: Jeweils Montags um 19.30 Uhr - [außer Helmut Schmidt: 18:00 Uhr!]

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