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Workshop „Visualisierung als Übersetzung“, 10. Oktober 2008
Ort: Einstein Forum Potsdam
Veranstalter: Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam und dem Institut für Kulturforschung Heidelberg

Wissenschaftliche Leitung:
Dirk Hommrich, Jens Kertscher, Matthias Kroß, Dieter Mersch

Die Frage der Bildlichkeit und bildlichen Vermittlung, der „Visualisierung als Übersetzung“ überschreitet einen bloß technisch gefassten translationellen Übersetzungsbegriff. Geht dieser doch typischerweise vom Modell der Übertragung von einem bereits bestehenden (Darstellungs- bzw. Deutungs-)System in ein anderes aus. Am sinnfälligsten ist dieses Vorgehen in der Übersetzungspraxis von einer Sprache in eine andere. Dies gilt im Falle der Visualisierung und Bildgebung jedoch nur partiell. Zwar gibt es auch hier das Phänomen der Übertragung von einem bereits bestehenden Medium in ein anderes: exemplarisch vom Bild zum Text oder vom Text zum Bild. Allerdings hat man es bei Visualisierungen, insbesondere bei solchen bildgebenden Verfahren, wie sie in den Naturwissenschaften üblich sind, mit der Generierung von etwas Neuem zu tun. Ein Ausgangsmedium oder System, von dem aus in ein anderes Übersetzt würde, liegt hier nicht vor, so dass sich die Frage danach stellt, wovon die durch die Bildgebungsverfahren erzeugten Repräsentationen eigentlich eine Übersetzung sein sollen bzw. ob es überhaupt sinnvoll ist, in solchen Fällen von der „Übertragung von etwas“ – wovon eigentlich? – ins Medium des Bildes zu sprechen.
Indem die Tagung gleichermaßen die Frage nach der Reichweite von Visualisierung als Übersetzung fragt und dabei neben Fragen der Intermedialität vor allem auch die vielfältigen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte des Bildgebrauchs einbezieht, weist sie sowohl über die vertrauten bildwissenschaftlichen als auch über traditionelle Fragen der Ekphrasis-Forschung hinaus. Während letztere, im traditionellen Sinne, einen ganz spezifischen Fall von Intermedialität, nämlich den der sprachlichen Bildbeschreibung untersucht und erstere Fragen nach dem Status oder auch der Seinsweise von Bildern, ihrer Funktionsweise als eine bestimmte Klasse von Zeichen aufwirft, stellt die Tagung den Aspekt, Visualisierungsstrategien als eine bestimmte Form des vermittelnden Bildgebrauchs zu behandeln, in den Vordergrund. Am Beispiel der Untersuchung solcher Visualisierungsstrategien können Grenzen und Reichweite eines erweiterten Übersetzungsbegriffs, wie er im Zuge des translational turn propagiert wird, kritisch diskutiert und dieser auf eine breitere und damit auch für andere Bereiche des Übersetzens fruchtbar zu machende Grundlage gestellt werden.


Dr. Jens Kertscher (TU Darmstadt)
Einführung: Visualisierung als Übersetzung
Vortrag als mp3-Audiodatei

Dr. Dr. Nicolas Langlitz (MPI für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)
Übersetzungen und Korrelationen. Innere Bilder und Neuroimaging in der Halluzinogenforschung
Vortrag als mp3-Audiodatei

Dr. Astrid Schwarz (TU Darmstadt)
Visualisierungsstrategien bei der Arbeit
Vortrag als mp3-Audiodatei
PowerPoint-Präsentation zum Vortrag

Dr. Uli Richtmeyer (Universität Potsdam)
Ikonische Intransitivität. Formen des Bildverstehens in Wittgensteins Spätphilosophie
Vortrag als mp3-Audiodatei

 

   
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