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Ulrich Arnswald / Jens Kertscher (Hrsg.)

Herausforderungen der Angewandten Ethik

Mit Beiträgen von Dieter Birnbacher, Angelika Krebs, Weyma Lübbe, Hans-Martin Sass u.a.

Juni 2002. 243 S., kart., ca. EUR 24,80   ISBN 3-89785-130-X


In vielen Bereichen unseres Lebens stellen sich heute drängende moralische und gesellschaftspolitische Fragen: In der medizinischen Forschung, in der Arbeitswelt, im Umgang mit den Medien. Das Bedürfnis nach grundsätzlicher ethischer Orientierung in diesen sensiblen Fragen wird immer stärker, und die gerade erfolgte Einsetzung eines nationalen Ethikrates ist ein unmittelbarer Reflex dieses Bedürfnisses.

Die Diskussionen in der philosophischen Ethik sind in den letzten Jahren zunehmend von der Überzeugung geleitet, daß die Begrifflichkeiten, Methoden und Lösungsansätze der traditionellen Ethik nicht mehr ausreichen, um den ethischen Herausforderungen zu begegnen, mit denen moderne Gesellschaften angesichts rasanter wissenschaftlicher und technischer Fortschritte konfrontiert werden. Die Philosophie hat auf diese neuartige Problemsituation reagiert, indem sie sich von der traditionellen Prinzipienreflexion hingewendet hat zur ethischen Analyse und Reflexion von konkreten Problemfällen, für die sie spezifische Lösungsvorschläge anstrebt. Methodischer Pluralismus, der Primat der Praktizierbarkeit der erarbeiteten Lösungen und engster Kontakt zu den betreffenden Einzelwissenschaften und den betroffenen gesellschaftlichen Gruppen kennzeichnen diese neuartige Zugangsweise in der praktischen Philosophie. Ausgehend vom englischsprachigen Raum hat sie sich inzwischen auch in den deutschsprachigen Ländern unter dem Namen "Angewandte Ethik" durchgesetzt und ist zu einem unersetzlichen Medium gesellschaftlicher Selbstreflexion in ethischen Fragen geworden. Der vorliegende Band nimmt einige zentrale Themen der Angewandten Ethik auf, um sie unter aktueller Perspektive von ausgewiesenen Experten unter drei thematischen Schwerpunkten zu diskutieren: Ethik und Gesellschaftsfragen, Ethik und technische Steuerung, Ethik und Gerechtigkeitsfragen in der Ökonomie. Dabei werden Fragen des Verhältnisses von Ethik und Ökonomie oder der Medienethik ebenso berücksichtigt wie Probleme der Medizin-, der Bio-, der Technik- und der Wissenschaftsethik.

Das Buch ist aus einer Vortragsreihe hervorgegangen, die das Institut fuer Kulturforschung Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg veranstaltet hat. Es richtet sich an Philosophen, Soziologen, Politik- und Rechtswissenschaftler sowie Erziehungswissenschaftler und an alle, die sich für Fragen der Angewandten Ethik, wie sie besonders in Ethikkommissionen, parteipolitischen Stiftungen und den Landeszentralen für Politische Bildung diskutiert werden, interessieren.


Themen und Autoren des Bandes:


Geleitwort


Gerhard Gräber: Ethik als Akzeptanzwissenschaft oder als Chance zur Repolitisierung des öffentlichen Diskurses?

Einleitung: Angewandte Ethik als Medium gesellschaftlicher Selbstreflexion


Ethik und Gesellschaftsfragen


Weyma Lübbe: Kollektive Verursachung und kollektive Verantwortung – Zivilisationsfolgeschäden als ethische Herausforderung

Jeff Malpas: Das „Recht“ auf Forschung und der Schutz menschlicher Probanden: Einige ethische Probleme in den gegenwärtigen Sozialwissenschaften

Anja Weiberg: Ethik, Kommunikation und Organisation im Krankenhaus

Jens Kertscher: Das ethische Inferno in der Medienwelt


Ethik und technische Steuerung


Hans-Martin Sass: Darf die Medizin Patienten aus ethischen Gründen die technisch mögliche Hilfe verweigern?

Günter Ropohl: Welche Schwierigkeiten die Technik mit der Ethik hat

Helmut F. Spinner: Informationelle Waffengleichheit als Grundprinzip der neuen Informationsethik: Über Gleichheit, Ungleichheit, Unterlegenheit im Wissen

Dieter Birnbacher: Klonen von Menschen: Auf dem Wege zu einer Versachlichung der Debatte


Ethik und Gerechtigkeitsfragen in der Ökonomie

Angelika Krebs: Recht auf Arbeit oder Grundeinkommen?

Ulrich Arnswald: Ethik in der „Steuerfalle“: Verteilungsgerechtigkeit und die Frage nach der gerechten Besteuerung

Wilhelm Beermann: Nachhaltigkeit, Autonomie und „Regelbindung“ – diskutiert am Beispiel der CO2-Reduktion und der Staatsverschuldung

Reiner Manstetten: Natur und Wert: Ethische Probleme der Umweltökonomie


Zu den Herausgebern:

Ulrich Arnswald, geb. 1970, studierte Volkswirtschaftslehre, Politische Wissenschaften und Philosophie in Heidelberg, Canterbury (Kent) und London. Gegenwärtig arbeitet er an einem Dissertationsprojekt zum Thema "Wittgenstein als politischer Denker". Lehraufträge in Volkswirtschaftlehre, Internationales Management und Internationale beziehungen u.a. in Heidelberg und Bruchsal.

Jens Kertscher, geb. 1968 in Sankt Gallen (Schweiz), studierte Philosophie und romanische Philologie in Köln, Florenz, Tübingen und Heidelberg. Promotion in Heidelberg. Arbeitsschwerpunkte: Philosophie des Deutschen Idealismus, Sprachphilosophie, Hermeneutik, Ethik, neuere Französische Philosophie und die Philosophie Ludwig Wittgensteins. Zur Zeit ist er Lehrbeauftragter für Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt.


   
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