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Jens Kertscher / Dieter Mersch (Hrsg.)

Performativität und Praxis

Mit Beiträgen von Alex Demirovic, Simon Critchley, Gerhard Gamm, Sybille Krämer, Erika Fischer-Lichte u.a.
Oktober 2003, broschiert, 302 Seiten, € 49,90, ISBN: 3-7705-3924-9

Perfomativität und Praxis

Performativität bezeichnet in den Kulturwissenschaften ein neues theoretisches Modell. Es löst nicht die inzwischen klassischen Fragestellungen des Symbolischen und der Medialität oder des Mediums ab, sondern ergänzt sie. In die Debatten um Repräsentation und Darstellung, um Sinn, Verkörperung und Technik trägt es die Gesichtspunkte der Präsentation und Aufführung, des Vollzugs und der Setzung ein. Performativität markiert so die Seite der Handlung, des Aktes und betont damit die sich dem Paradigma des Diskurses, der Schrift und des Textes entziehenden Momente der Singularität, der Nichtwiederholbarkeit und des Ereignisses. Die verschiedenen Beiträge kreisen dabei um Aspekte des Performativen in Theater, Kunst, Sozialwissenschaft, Mathematik, Naturwissenschaft, Literatur, Sprachphilosophie und Rhetorik.


Inhalt:

Einleitung

1. Teil Performativität der Sprache

Sybille Krämer: Was tut Austin, indem er über das Performative spricht? Ein anderer Blick auf die Anfänge der Sprechakttheorie

Jens Kertscher: Wittgenstein – Austin – Derrida: „Performativität“ in der sprachphilosophischen Diskussion

Dietmar Köveker: Performativität als Funktion von Sprache und Endlichkeit – zu Lyotards Rhetorik der Gegenwart

Dieter Mersch: Ereignis und Respons – Elemente einer Theorie des Performativen


2. Teil Ästhetik des Performativen

Erika Fischer-Lichte: Theater als Modell für eine Ästhetik des Performativen

Juliane Rebentisch: Der Auftritt des minimalistischen Objekts, die Performanz des Betrachters und die ethisch-ästhetischen Folgen

Simon Critchley: Der Humor – ein herrlich unmögliches Thema

Uwe Wirth: Vorbemerkungen zu einer performativen Theorie des Komischen

Wolfgang Christian Schneider: Durch Sinnbilder zur Schau. Performative Momente in Allegorie, Typos-Bezug und Mystagogie des spätantiken Christentums

3. Teil Performativität der Praxis

Gerhard Gamm: „Werde, was Du bist“ – Über die performative Magie sprachlicher Praxis

Georg W. Bertram: „Im Anfang war die Tat“ – Praktiken als Basis der Sprache und des Geistes

Andreas Hetzel: „Die Rede ist ein großer Bewirker.“ Performativität in der antiken Rhetorik

4. Teil Performativität des Wissens

Matthias Kroß: Performativität in den Naturwissenschaften

Alex Demirovic: Gouvernementalität und die Performanz der Gesellschaftstheorie

Ulrich Arnswald: Die Anwendung bestimmt die Bedeutung: Der innere Zwang der Mathematik und das Rituelle ihrer Abrichtung nach Wittgenstein


Zu den Herausgebern:

Jens Kertscher studierte in Köln, Florenz, Tübingen und Heidelberg Philosophie und Romanistik. Promotion in Heidelberg mit einer Arbeit zu Hegels Handlungsbegriff. Er ist Lehrbeauftragter für Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt und Mitherausgeber der Bücher: Gadamer's Century. Essays in Honor of Hans-Georg Gadamer (2002), Herausforderungen der Angewandten Ethik (2002) sowie Die Autonomie des Politischen und die Instrumentalisierung der Ethik (2002). Weitere Veröffentlichungen zur Sprachphilosophie, Ethik und Philosophie des Deutschen Idealismus.

Dieter Mersch, studierte Mathematik und Philosophie in Köln und Bochum. Promotion in Darmstadt. Bis Ende 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Institut der Universität Darmstadt im DFG-Projekt Reauratisierung in performativer Kunst. Habilitation in Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt (2000). 2001 hatte er eine Gastprofessur an der Universität Pecs (Ungarn). Zur Zeit vertritt er eine Professur an der Muthesius-Hochschule in Kiel Er ist Autor zahlreicher Aufsätze zur Semiotik, Sprachphilosophie und Ästhetik. Zuletzt erschien Was sich zeigt. Materialität, Präsenz, Ereignis (2001) sowie Ereignis und Aura (2002).


 
   
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